Der Kompass im Komplexitätsdickicht

Ein Kommunikations-Ökosystem zu gestalten ist anspruchsvoll. Da es darum geht, verschiedene Inhalte und Kanäle zu verknüpfen, sind naturgemäss verschiedene Parteien und Interessen im Spiel. Während der einen Person wichtig ist, wie die einzelnen Kommunikationskanäle optisch daherkommen, steht für eine andere die Frage der Finanzierung im Vordergrund. Alle diese Sichtweisen sind wichtig. Die Herausforderung besteht darin, die zahlreichen Fragen rund um das Ökosystem in der nötigen Tiefe, aber auch gewissermassen parallel zu klären. Denn letztlich hängt alles zusammen. Bei der Konzeption gilt es also immer, sowohl bei einzelnen Themen in die Tiefe zu gehen als auch den Gesamtzusammenhang im Auge zu behalten. Der Content Hub Canvas hilft dabei, die Orientierung nicht zu verlieren und dient in der Konzeptions- und Realisierungsphase als gemeinsamer Bezugspunkt.

Ein gemeinsamer Bezugspunkt sorgt für Fokus

Das Framework ist eine Abwandlung des bekannten Business Model Canvas und umfasst die folgenden Themenfelder.

Kundensegmente (Endkunden)

Wen wollen wir überhaupt ansprechen mit unserer Kommunikation? Sind das Einheimische oder Touristen? Interessieren sich diese Leute für Kultur, Wohnungen, gutes Essen oder Arbeitsstellen?

Wertversprechen B2C (Business to Customer)

Mit welchen Inhalten begeistern wir die Nutzer unserer Kommunikationskanäle? Was zeichnet das Kommunikations-Ökosystem aus? Was machen wir anders oder besser als unsere Konkurrenz?

Geschäftskunden und -partner

Welche Organisationen, Firmen, Behörden, Veranstalter etc. sind im weiteren Sinne Kunden unseres Kommunikationsnetzwerks? Wer publiziert Inhalte, wer bezieht Inhalte, wer nutzt welche Funktionen? Wie tragen sie zum Erfolg des Netzwerks bei?

Wertversprechen B2B (Business to Business)

Warum wollen diese Geschäftskunden mit uns arbeiten? Welches Problem lösen wir für sie? Was bieten wir ihnen, was es anderswo nicht in dieser Form gibt?

Partner

Betreiben wir den Hub alleine oder gemeinsam mit Partnern? Wer sind diese möglichen Partner, welche Rolle nehmen sie ein?

Betreiberstruktur / Admins

Wer sorgt dafür, dass das Ökosystem in Schwung kommt und im alltäglichen Betrieb funktioniert? Was braucht es dafür? Content-Erstellung, Strukturierung, Qualitätskontrolle, Steuerung der Kanäle etc. – was davon geschieht zentral (d.h. durch die eigentlichen Betreibern), was dezentral (d.h. durch die Endnutzer, Partner, Geschäftskunden)? Was können wir in Eigenleistung erbringen, wo brauchen wir Unterstützung?

Datenquellen

Welche Inhalte sollen in unserem Kommunikations-Ökosystem existieren? Woher kommen diese Informationen und auf welche Weise können sie ins System einfliessen?

Kanäle

Welche Inhalte sollen in unserem Kommunikations-Ökosystem existieren? Woher kommen diese Informationen und auf welche Weise können sie ins System einfliessen?

Kosten

Wofür fallen zu welchem Zeitpunkt Kosten an? Wer kommt dafür auf?

Erträge

Welche Einnahmequellen ergeben sich? Wie sieht die Preisgestaltung aus?

Wie beim Legospiel fügen sich die einzelnen Teile zusammen

Im Laufe der Konzeptionsphase wird das Framework fortlaufend ausgefüllt und mit neuen Details ergänzt. Bereits sehr früh im Prozess, in der Regel im ersten Workshop, entsteht so ein greifbares, einfach verständliches Gesamtbild des Ökosystems.